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Botschafter Dr. Peter Woeste

22.11.2017 - Artikel

Liebe Besucher der Internetseite der Deutschen Botschaft Kigali,

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Unser Land in Ruanda zu vertreten, ist für mich eine besondere Verantwortung und Herausforderung. Ich habe mich nur zögernd für diese Aufgabe entschieden. Unsere beiden Länder stehen für Schrecken und für Erfolgsgeschichten. Der Besuch der nationalen Genozid-Gedenkstätte Gisozi mit meiner Familie gleich am ersten Wochenende in Kigali hat uns alle tief bewegt. Unser Mitgefühl kann den Opfern nicht wirklich gerecht werden. Mein besonderer Respekt gilt denjenigen, die nach dem Völkermord den Mut hatten, mit der Versöhnungsarbeit zu beginnen.

Ruanda als Stabilitätsanker hat in unserer Außenpolitik eine besondere, eine herausragende Stellung. Der afrikanische Kontinent, unser direkter Nachbar, rückt in diesen Jahren verstärkt in unser Bewusstsein. Wir hoffen, von Ruanda für den Kontinent lernen zu können, wie man Menschen in ihrer Heimat eine Zukunft geben kann.

Das „Wirtschaftswunder“ Ruandas beeindruckt. Wir sind stolz, zu einem Teil dabei mitwirken zu dürfen. Die deutsche entwicklungspolitische Zusammenarbeit setzte unmittelbar 1994 wieder ein. Wir werden sie kontinuierlich fortsetzen. Dabei sind wir eng eingebunden in das koordinierte Vorgehen europäischer Partnerschaft. Die Partnerschaft auf Augenhöhe mit unserem Gastland ist uns essentiell.

In der deutschen Wirtschaft spricht sich Ruanda als Investitionsstandort herum. Wir sind zwar erst am Anfang. Doch Rechtssicherheit und Korruptionsfreiheit sind entscheidende Faktoren, die am Ende in den Chefetagen über eine Standortfrage entscheiden.

Mit Ruanda verbindet uns auch eine kurze Phase gemeinsamer Geschichte. Seitdem hat das Land im deutschen Bewusstsein einen besonderen Stellenwert. Davon zeugt die blühende Partnerschaft zwischen Ruanda und dem deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz. Gemeinden, Schulen, Kirchengemeinden und viele Nichtregierungsorganisationen arbeiten jetzt schon seit Jahrzehnten eng zusammen. Daraus sind inzwischen echte Freundschaften zwischen Menschen unserer Länder entstanden. Diese Partnerschaft hat Vorbildcharakter.

Mit dem Goethe-Institut geben wir der kulturellen Zusammenarbeit eine besondere Adresse. Das Interesse, unsere Sprache zu lernen, ist groß.

Kultur bedeutet auch geisteswissenschaftlichen Diskurs, auch über Demokratie, Menschenrechte und Pressefreiheit. Ich freue mich auch hier über den Dialog.

Mit besten Grüßen

Ihr

Peter Woeste

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