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Kultur und Bildung

11.04.2018 - Artikel

Stand: April 2018

Bildungspolitik

Seit 2010 ist im ruandischen Schulsystem eine neunjährige Schulausbildung vorgesehen (6 Jahre Grundschule, 3 Jahre Sekundarschule). Im Jahr 2011 hat die ruandische Regierung beschlossen, diese Basisbildung flächendeckend auf 12 Schuljahre auszudehnen. Dies wurde inzwischen nahezu vollständig umgesetzt. Die Einschulungsrate beträgt rund 95 Prozent; etwa 5 Prozent der Schüler beenden die Primarschulausbildung nicht. Die Alphabetisierungsrate bei den über 15-Jährigen liegt bei 76,4 Prozent. Als Langzeitziel unter dem Motto "Bildung für alle" möchte die Regierung es allen Kindern und Jugendlichen ermöglichen, eine Schulbildung zu erhalten und abzuschließen. Dies umfasst auch den Sonderschulbereich.

Im Land gibt es drei staatliche Hochschulen: die Nationale Universität, das 'Kigali Institute of Science and Technology' und das 'Institute of Education'. Hinzu kommen private Hochschulen aus afrikanischen Staaten und den USA. Das post-graduierte Studienangebot bleibt sehr eingeschränkt.

Die Regierung versucht verstärkt, auch die berufsbildenden Zweige und die technischen Hochschulen zu fördern. Langfristig strebt sie eine leistungs- und wissensbasierte Wirtschaft an. Der DAAD unterstützt Austauschprojekte im akademischen Bereich und ist mit einem Lektor vertreten.

Kulturpolitik

Die Kulturpolitik steht im Zeichen der Bewältigung der Folgen von Krieg und Genozid sowie der angestrebten nationalen Aussöhnung. Die ruandische Bevölkerung soll sich ihrer Zusammengehörigkeit über die ethnischen Schranken hinweg bewusst werden. V.a. Sport dient hierbei als verbindendes Element. Insbesondere der Fußball findet in Ruanda viele interessierte Anhänger. Auf Lokalebene gibt es verschiedene größere und kleinere Sportvereine, die dem erheblichen Mangel an Sportmaterial und -ausrüstung trotzen und den Jugendsport fördern. Es ist eine steigende Zahl von Fußballprojekten im Land zu beobachten, darunter Trainerkurse und die Gründung von Talentschulen, auch im Bereich des Frauenfußballs. Seit 2017 unterstützt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Rwandan Football Federation (FERWAFA) im Rahmen eines Traineraustauschprogramms.

Das kulturelle Leben in Ruanda ist vielfältig (Musik, traditioneller Tanz, Kunsthandwerk). Für die meisten Ruander spielen formalisierte Kulturangebote insgesamt aber nur eine Nebenrolle. Die öffentliche Kulturförderung gestaltet sich infolge geringer Mittel schwierig. Der Filmsektor nimmt unter anderem durch das jährliche "Rwanda Film Festival" und "Amani Film Festival" an Bedeutung zu. Ein Filmzentrum ist im Aufbau und soll zu der positiven Weiterentwicklung dieses Bereichs beitragen.

Seit 2009 ist das Goethe-Institut in Kigali vertreten, zunächst mit einem Verbindungsbüro und seit 2014 mit einem eigenständigen Institut. Das Goethe-Institut hat sich mit einem breitgefächerten Angebot an Ausstellungen, Workshops, Filmveranstaltungen und seinem Sprachkursangebot als wichtiger und impulsgebender Akteur im Kulturleben Ruandas etabliert.

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